Fördermöglichkeiten

Ein Auslandsaufenthalt ist immer auch mit Kosten verbunden. Um diese stemmen zu können gibt es verschiedene Fördermöglichkeiten für Studierende, DoktorandInnen und WissenschaftlerInnen

Auslands - BAföG

Wie teuer ein Auslandsaufenthalt wird, hängt natürlich vom Gastland ab. Wen es Richtung Osten zieht -etwa nach Polen - kann mit 400 € monatlichen Aufwendungen rechnen. In den Ländern Skandinaviens und Metropolen ist das Studium deutlich teuerer.

BAföG-berechtigte Studierende müssen für den ERASMUS-Aufenthalt an der Partnerhochschule einen Antrag auf Auslands-BAföG beim, für das Gastland zuständigen, BAföG-Amt stellen. Die Antragstellung sollte wegen relativ langer Bearbeitungszeiten frühzeitig erfolgen, mindestens sechs Monate vor Antritt des Auslandsaufenthaltes muss der Antrag gestellt werden.

Das Auslands - BAföG wird unabhängig (!) vom Inlands - BAföG gewährt. Die höheren Förderungssätze im Ausland können deswegen dazu führen, dass Studenten die in Deutschland kein BAföG bekommen, für ihren Auslandsaufenthalt Auslands - BAföG beantragen können. Die Unterstützung wird als Zuschuss gewährt. Außerdem können Bewerber einen Antrag auf Bildungskredit für Auslandsaufenthalte beim Bundesverwaltungsamt in Köln stellen.

ERASMUS-Mobilitätszuschuss

Mit einem Studienaufenthalt im Ausland sind gegenüber den Lebenshaltungskosten an der Heimathochschule gewöhnlich Mehrkosten verbunden. Einen Teil dieser Mehrkosten soll der ERASMUS-Mobilitätszuschuss auffangen. Die genaue Höhe der Monatsraten kann nicht vorab angegeben werden, da sie jedes Jahr vom Umfang der zugewendeten EU-Mittel und der Anzahl der insgesamt pro Jahr zu fördernden ERASMUS-Monate abhängt. Gegenwärtig liegt der Monatsdurchschnitt bei ca. 300 €. Hierzu kann auch folgender Link hilfreich sein.

Studierende mit besonderen Bedürfnissen (Behinderung, mitreisendes Kind bei Alleinerziehenden) können Sondermittel für ihren ERASMUS-Auslandsaufenthalt im ERASMUS-Büro beantragen. Da die Antragstellung mit einem großen zeitlichen Vorlauf verbunden ist, empfiehlt es sich, schon frühzeitig mit dem ERASMUS-Büro Kontakt aufzunehmen, um sich ausführlich beraten zu lassen. Zahlungsmodalitäten Grundlage für die Auszahlung des Mobilitätszuschusses ist die dem ERASMUS-Büro vorliegende, vollständig ausgefüllte Annahmeerklärung (im Original).

Zahlungsmodalitäten

Alle ERASMUS-Studierenden werden individuell per E-Mail über die Zahlungsmodalitäten des Mobilitätszuschusses sowie über die damit verbundenen Pflichten informiert. Die Auszahlung des Zuschusses durch das ERASMUS-Büro erfolgt im Allgemeinen in zwei Raten. Die ERASMUS-Studierenden erhalten zunächst zu Beginn des Auslandsstudiums etwa 80% des voraussichtlichen, nach Ländergruppen gestaffelten Gesamtstipendiums als erste Rate. Die Zuordnung eines Landes in eine der 3 Gruppen resultiert aus der Höhe des Lebenshaltungsindexes des betreffenden Landes innerhalb der EU.

Die Restsumme wird erst nach Vorlage der ERASMUS-Confirmation und zweier Erfahrungsberichte (ein standardisierter mit vorwiegend geschlossenen Fragen und ein ausformulierter, ausführlicher) ausgezahlt. Staatsangehörige aus Luxemburg dürfen keinen ERASMUS-Mobilitätszuschuss erhalten, wenn sie aus Mitteln der Nationalen Agentur in Luxemburg gefördert werden (Ziel: Vermeidung von Doppelförderung). Bei ERASMUS-Studierenden, die von Seiten privater Stiftungen, bilateraler Kulturabkommen oder internationaler Einrichtungen bereits Stipendien erhalten, entfällt der Erasmus+ Zuschuss. Alle anderen Rechte und Pflichten für Erasmus+ Geförderte bleiben bestehen.

PROMOS

Programm zur Mobilität von Deutschen Studierende und Doktoranden.

PROMOS fördert Studienaufenthalte, Sprachkurse, Fachkurse, Studien- und Wettbewerbsreisen und Prakitka.

Das Programm soll auch solchen Studierenden die Chance zu einem Auslandsaufenthalt bieten, deren Vorhaben oder Zielort in keinem der strukturierten Programme förderbar ist. Die Stipendien werden von den Hochschulen selbst in einem qualitätsorientierten und leistungsbezogenem Auswahlverfahren vergeben. Mit diesem Programm können Studien-, Praxis- und Sprachaufenthalte von Studierenden durch Teilstipendien, Reisekosten- und Kursgebührpauschalen weltweit gefördert werden. Die Höhe der Stipendienraten und Reisekostenpauschalen ist dabei abhängig vom jeweiligen Zielland und bemisst sich nach der Höhe der üblichen Teilstipendienraten des DAAD. Eine Verlängerung der Stipendien über sechs Monate hinaus ist nicht möglich.

Folgende Maßnahmen können gefördert werden:

  • Studienstipendien (1 - 6 Monate):   

Gefördert werden können sowohl Kurzstipendien (etwa für Abschlussarbeiten) als auch Stipendien bis zu sechs Monaten für Studienaufenthalte von Studierenden. Studiengebühren können nicht übernommen werden. Semesterstipendien im ERASMUS-Raum sind in der Regel nur dort möglich, wo für diesen Fachbereich keine ERASMUS-Kooperation besteht. Ausnahme sind Studierende, die bereits einmal innerhalb einer ERASMUS-Kooperation gefördert wurden und deshalb im Rahmen von ERASMUS keinen Zuschuss mehr erhalten können oder sofern das Kontingent der bestehenden Kooperation ausgeschöpft ist.

  • Praktika (6 Wochen - 6 Monate):

Praktika von Studierenden sind grundsätzlich weltweit förderbar. Praktika in EU-Ländern, Island, Liechtenstein, Norwegen und der Türkei können wegen Überschneidungen mit dem  Praktikantenprogramm von ERASMUS nicht gefördert werden. Ausnahme sind Studierende, die bereits für einen Praktika-Aufenthalt im Rahmen von ERASMUS gefördert wurden und deshalb im Rahmen des ERASMUS-Programms keine Förderung mehr erhalten können. Doktoranden können sich in dieser Programmschiene nicht bewerben.

  • Sprachkurse (3 Wochen - 6 Monate):

Sprachkurse von Studierenden an Hochschulen im Ausland können weltweit gefördert werden. Außerdem kann eine einmalige Kursgebührenpauschale pro Person von 500 € beantragt werden.

  • Fachkurse (bis zu 6 Wochen):

Die Teilnahme von Studierenden an Fachkursen, die von Hochschulen oder wissenschaftlichen Organisationen im Ausland angeboten werden, kann weltweit gefördert werden. Außerdem kann eine einmalige Kursgebührenpauschale von 500 € pro Person beantragt werden.

  • Studienreisen inkl. Wettbewerbsreisen (bis zu 12 Tagen):

Studienreisen, inklusive Wettbewerbs- und Konzertreisen Studienreisen von Studierenden und Doktoranden ins Ausland können weltweit gefördert werden. Die Förderung besteht ausschließlich aus einer Pauschale pro Teilnehmer und Tag. Diese beträgt für die EU-Staaten, Island, Liechtenstein, Norwegen, Schweiz und die Türkei 30 € und für alle übrigen Länder 45 €.

Weiter Informationen über das PROMOS Programm finden Sie auf den Seiten des Auslandsamtes der FU-Berlin.

Carlo-Schmid-Programm

Dieses Programm richtet sich an Studierende und Graduierte, die Interesse an einer Karriere im internationalen Verwaltungsbereich haben. Es wird vom DAAD in Zusammenarbeit mit der Studienstiftung des deutschen Volkes angeboten und bietet die Möglichkeit eines 3-10-monatigen Praktikums in einer Internationalen Organisation, einer EU-Institution oder einer Nicht-Regierungsorganisation.

Es werden zwei Programmlinien angeboten:

  • Programmlinie A fördert in Eigeninitiative erlangte Praktika bei Internationalen Organisationen, Institutionen der Europäischen Union (EU) und ausgewählten Nicht-Regierungsorganisationen.
  • In Programmlinie B ist die Bewerbung auf ausgeschriebene Praktikumsangebote möglich.

Den von einer Fachkommission ausgewählten Praktikant/innen wird neben dem Stipendium auch die Teilnahme an praktikumsbegleitenden Einführungsseminaren, Sommerschulen und Alumni-Aktivitäten zum Aufbau eines Netzwerks geboten.

Voraussetzung für die Bewerbung ist der Abschluss von mindestens 2 Semestern eines Bachelorstudiengangs bzw. das erfolgreich abgelegte Examen (bis maximal zwei Jahre nach der Prüfung). Sehr gute Beherrschung der englischen Sprache und gute Kenntnisse einer weiteren modernen Fremdsprache.

Weitere Informationen sowie die Bewerbungsunterlagen erhalten Sie unter:
http://www.studienstiftung.de/carlo-schmid.html oder http://www.daad.de/csp.

Bildungskredit

Eine weitere Möglichkeit Studienaufenthalte und Praktika im Ausland zu absolvieren ist ein Bildungskredit zu beantragen. Der Bildungskredit ist wie das BAföG ein Programm der Bundesregierung und bietet Studierenden die Möglichkeit einen zinsgünstigen Kredit - zu einem effektiven Jahreszins von 1,18 % zu erhalten. Die Höhe des Bildungkredits liegt zwischen 1.000 und 7.200 Euro. Der Kredit wird unabhängig von dem eigenen  EInkommen und Vermögen und dem der Eltern gezahlt. Es ist auch möglich den Kredit zusätzlich zu anderen Finanzierungshilfen - wie das BAföG - zu erhalten.

Der Kredit muss vier Jahre nach Auszahlung der ersten Rate zurückgezahlt werden. Die Rückzahlungsrate liegt bei 120 Euro im Monat. Unter www.bildungskredit.de finden Sie weitere Informationen und das Online-Antragsformular.

Weitere Stipendiengeber und Fördermöglichkeiten:

Auf den Internetseiten der Freien Universität Berlin finden Sie wichtige Informationen zu Stipendienmöglichkeiten. Zwei hervorzuhebende Stipendiengeber sind der DAAD und das Fulbright-Programm:

Viele Institutionen haben eine Stiftung zur Förderung von Studienaufenthalten im Ausland. Gute Studienleistungen sind oft eine Voraussetzung für die Teilnahme an diesen Programmen. Doch Stipendien sind keineswegs nur für Hochbegabte! Die Stipendien und die anderen Fördermöglichkeiten die hier beschrieben werden, sind für alle Studenten offen. Wenn Sie sich rechtzeitig informieren und bewerben, haben Sie in der Regel gute Chancen eine Förderung zu bekommen.

Im Internet findet man viele Stipendiendatenbanken, z.B. unter: