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Im Interview mit Doktorandin Laura Elgeti

Im Interview mit Doktorandin Laura Elgeti

LauraElgeti-Konferenz

Was waren für dich die Beweggründe für ein Promotionsstudium? War eine Promotion etwas, das dir schon immer vorschwebte oder etwas, das sich spontan ergeben hat?

In meiner Vergangenheit war da immer ein Wechsel aus Uni- und Arbeitswelt. Ich habe erstmal eine Ausbildung als Bankkauffrau gemacht, dann ein Bachelorstudium und habe dann ein Graduate Programm bei einem großen Konzern absolviert. Danach habe ich mein Masterstudium gemacht, war selbstständig und schließlich habe ich angefangen zu promovieren. Also es war wirklich immer dieser Wechsel zwischen Uni- und Arbeitswelt. Von daher war es im ersten Bachelorsemester nicht so, dass ich gesagt habe: „Ich will promovieren!“. Dieser Gedanke ist über die Zeit gereift. 

Wie bist du schließlich zum Promotionsstudium an der FU gekommen? Haben dein Doktorvater und seine Forschung Einfluss auf die Wahl der FU gehabt oder waren vielleicht Standort und Lehrstuhl Entscheidungskriterien für dich?

Tatsächlich habe ich damals einfach gegoogelt, wo Stellen frei sind. Der Standort Berlin war für mich aber auch ganz entscheidend. Dann hat es mich auch sehr interessiert, woran am Marketing Department geforscht wird und zum Glück hat dann alles geklappt, dass ich die Stelle bekommen habe.

Gab es DPBR Kurse, von denen du sagen würdest, dass sie besonders hilfreich waren? 

Ich erinnere mich an einen Methodenkurs, in dem sehr gut struktuirert war, welche Inhalte man für den Kurse lernen musste. Insgesamt waren die Kursinhalte sehr gut aufbereitet. Damals ist mir Einiges auch erst so richtig klar geworden im Hinblick auf verschiedene Forschungsansätze. Gerade als Doktorand fragt man sich anfangs, ob man qualitativ oder quantitativ forschen möchte. Die DPBR Kurse haben mir dahingehend die Augen geöffnet und eine gewisse Weitsicht gegeben, meine und andere Forschung einzuordnen.

Hast du in deinem Bekanntenkreis auch Personen, die ganz individuell promovieren und nicht Teil eines Doktorandenprogrammes sind? Wie sind deren Erfahrungen?

Ich habe einen Bekannten, der an einer Uni promoviert, an der kein Doktorandenprogramm angeboten wird. Tatsächlich bestand aber für ihn auch die Möglichkeit, an einem Methodenkurs des DPBR-Programms teilzunehmen. Für ihn war das sehr hilfreich. Wenn man sonst alleine dasteht und sich mit irgendwelchen Methoden auseinandersetzt, die man noch nie zuvor angewendet hat, dann ist das einfach sehr viel Arbeit. Da kann so ein Kurs dann schon eine erhebliche Abkürzung sein. Auch die Referenten haben eigentlich immer angeboten, dass man sich nochmal bei ihnen melden kann. Das habe ich auch in mehreren Fällen schon gemacht. Es ist super, wenn man direkte Ansprechpartner hat, bei denen man auch nochmal nachhaken kann.

Das Programm umfasst ja insgesamt 30 ECTS. Hast du das irgendwann mal als belastend empfunden oder hast du das DPBR als so frei strukturierbar wahrgenommen, als dass man die 30 ECTS gut erzielen kann?

Am Anfang habe ich vielleicht auch ein paar Kurse zu viel gemacht, weil ich den zusätzlichen Aufwand schneller abarbeiten wollte. Da waren dann auch ein paar Kurse dabei, die mir nicht ganz so viel gebracht haben, wobei das nur der kleinere Anteil war. Wenn man anfängt zu promovieren, dann ist es auch sinnvoll einfach alles mitzunehmen, um mehr in diese Forschungswelt reinzukommen. Es gab schon viele Kurse, wo ich dachte: „Das hat mir wirklich etwas gebracht!“. Und die sind mir dann auch in Erinnerung geblieben. Aber wie überall im Leben ist nicht jedes kleinste Detail wichtig. Man muss sich dann eben das raussuchen, was man braucht.

Unabhängig vom DPBR und vor dem Hintergrund, dass du bereits Mutter bist: Wie hast du die Vereinbarkeit von Promotion und Familie empfunden – auch verglichen mit einer nicht-akademischen Karriere?

Ich erinnere mich noch, als ich angefangen habe zu promovieren, da war gerade das alljährliche Grillfest am Marketing Department. Damals wurde eine Doktorandin verabschiedet, die zu mir sagte: „Laura, du musst unbedingt zu wissenschaftlichen Konferenzen fahren. Das ist das Wichtigste, um Feedback zu deinen Projekte von anderen Forschern zu erhalten!“. Da hatte ich dann schon Zweifel, ob ich das alles schaffen werde. Wer schon ein Kind hat weiß, dass es etwas organiatorischen Aufwand bedeutet wegzufahren. Dennoch habe ich versucht, mich auf das System einzulassen und es war rückblickend sehr hilfreich.  Für mich ist die größte Herausforderung, meine Zeit gut einzuteilen zwischen Familienleben, Arbeitswelt und meiner Promotion. Ich denke, wenn man ein Ziel vor Augen hat, dann ist mehr möglich als man anfags vielleicht denkt.

Vielen Dank für das Interview, Laura!

Dahlem Research School