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Kurzbeschreibung des Dissertationsprojektes von Tim Müllenborn

Die Höhe der Vergütung von Vorständen deutscher Aktiengesellschaften ist in der letzen Dekade stark angestiegen. In Fachpresse und Forschung wurde vor allem der Zusammenhang zwischen Unternehmensperformanz und Höhe der Vergütung diskutiert. Weitgehend unbeachtet blieben die starken Unterschiede in Höhe und Form der Vergütung zwischen Unternehmen. Aufbauend auf Koalitionstheorien des Entscheidens in Organisationen (Cyert und March, 1963) schließt das hier beschriebene Projekt diese Forschungslücke. Es wird untersucht, in welchen Koalitionen wichtige Stakeholder Einfluss auf die Vergütung von Vorstandsmitgliedern deutscher Aktiengesellschaften nehmen. Ziel ist es zu verstehen, wie unterschiedliche Ausprägungen der Unternehmenskontrolle die Verhandlungen zwischen Stakeholdern und damit die Unterschiede in der Vergütungspraxis zwischen Firmen beeinflussen. Ein wesentlicher Beitrag der Studie besteht in der Kombination quantitativer und qualitativer Methoden. In einem ersten Schritt wird analysiert, welche Wirkung von individuellen Merkmalen der Manager und welche von unterschiedlichen Ausprägungen der Unternehmenskontrolle auf die Vergütung von Managern ausgeht. Dies geschieht aufgrund von quantitativen Daten im Rahmen einer Mehrebenenanalyse. In einem zweiten Schritt werden Experteninterviews herangezogen, um die sozialen Prozesse zu rekonstruieren, die zur Auswahl einer bestimmten Vergütungspraxis führen. Abschließend wird geprüft, ob die im deutschen Fall identifizierten Prozesse auf andere OECD-Länder innerhalb und zwischen verschiedenen Spielarten des Kapitalismus angewendet werden können.

Projektdauer: Oktober 2009 bis September 2012

Social-Economic Review
British Journal of Industrial Relations
Society for the Advancement of Socio-Economics
Organized Creativity