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Was ist der Unterschied zwischen einem klassischen Master of Business Administration (MBA) und dem Executive Master of Business Marketing (EMBM)?

Gemeinsamkeiten zwischen EMBM und MBA:

  • Zielgruppe: (zukünftige oder aktuelle) Führungskräfte und Manager von Unternehmen, die bereits Berufserfahrung haben; insbesondere auch Bewerber ohne wirtschaftswissenschaftlichen Hintergrund;
  • Ziel: Beschleunigung der Karriere; als sogenannter ‚Terminal Degree‘ ist eine anschließende Promotion bzw. wissenschaftliche Karriere i.d.R. nicht das vorrangige Ziel;
  • Inhalte: ‚Theorie-Praxis-Transfer‘ (Anwendung auf eigene berufliche Praxis) aus (strategischer) Managementsicht; anwendungsorientiert (im Gegensatz zu beispielsweise wissenschaftlich / forschungsorientierten Masterprogrammen (z.B. M.Sc.);
  • Lernformen: Blended Learning; Präsenzphasen und Fernstudienphasen; verstärkte Verwendung von Fallstudien;
  • Aufbau: modular (Themenbereiche in Blöcken anstatt über das Semester verteilt); berufsbegleitend;

 

Unterschiede zwischen EMBM und MBA:

  • MBA: generalistisches Management-Studium (‚General Management‘); eher breit als tief; ‚Business & Management in a nutshell’: Es wird quasi eine Übersicht über das gesamte BWL-Spektrum aus Managementsicht vermittelt; in der Regel Aushängeschilder von (privaten bzw. ausgelagerten) Business Schools; Unterrichtssprache i.d.R. Englisch; Teilnehmer aus allen Unternehmensbereichen; aufgrund der Internationalität teilweise GMAT oder andere Tests als Zulassungskriterium zum besseren Vergleich der Abschlüsse;
  • EMBM: spezialisiertes Management-Studium; andere Unternehmensfunktionen (z.B. Personalwesen, Finanzierung; Rechnungswesen, Steuerlehre) werden zugunsten einer Vertiefung in (Business-to-Business-)Marketing eher kurz gehalten; trotz der grundsätzlichen Anwendungsorientierung an einer Forschungsuniversität angesiedelt; Unterrichtssprache Deutsch; Teilnehmer oftmals im Bereich Marketing tätig (bzw. Wunsch, ins Marketing zu wechseln);

 

Vor- und Nachteile EMBM und MBA:

  • MBA: keine Festlegung auf eine Spezialisierung; typischerweise für bereits spezialisierte langjährige Manager (z.B. Ingenieure im mittleren Management) ohne wirtschaftswissenschaftlichen Hintergrund geeignet, die ins Top-Management großer internationaler Unternehmen aufsteigen wollen; ‚allgemeines Managementwissen‘ ermöglicht grundsätzlich Anwendung in unterschiedlichsten Führungsfunktionen und Unternehmen; wichtig: sollte wenn möglich von akkreditierter, in internationalen Rankings vertretener Business School verliehen werden (dann allerdings oft recht teuer, da private Business Schools oftmals große, gewinnorientierte Organisationsstrukturen, insbesondere Marketing-Abteilungen, über die Gebühren mitfinanzieren müssen); oftmals große Nähe zu Wirtschaftsunternehmen (teilweise Karrierevorteil aber teilweise auch Einfluss auf Inhalte); MBA-Abschluss international bekannt; insbesondere in Deutschland teilweise sehr ‚junge‘ Hochschulen und Programme (positiv: z.B. sehr flexibel, hohe Serviceorientierung, wie Unternehmen geführt; negativ: z.B. Unklarheit über zukünftige Reputation/Bestehen; teilweise starke Kompromisse bezüglich den akademischen Ansprüchen zugunsten der Anwendungsorientierung, insbesondere seit der letzten Finanzkrise vermehrt Kritik an ‚moralischem Kompass‘ von MBA-Absolventen und tatsächlich in MBA-Programmen vermittelbaren Führungsqualitäten und Soft-Skills (siehe z.B. Henry Mintzberg);
  • EMBM: durch Spezialisierung erlerntes Expertenwissen bereitet insbesondere auf Führungsfunktion im (Business-to-Business-)Marketing vor; am Fachbereich Wirtschaftswissenschaft der Forschungsuniversität FU Berlin angesiedelt, daher große Nähe zur Wissenschaft (‚Theorie-Praxis-Transfer‘, Anwendung neuester Erkenntnisse aus der wirtschaftswissenschaftlichen Forschung auf Praxisfälle); Renommée und (Alumni-)Netzwerk einer alteingesessenen, international anerkannten Forschungsuniversität; 35-jähriges Bestehen des EMBM (konstante Weiterentwicklung); Balance zwischen Anwendungsorientierung und akademischen Ansprüchen durch Systemakkreditierung der FU Berlin; neben allgemeinem Managementwissen auch verstärkt Vermittlung von ganz konkreten Marketing-Instrumenten und Methoden; da an staatlichen Universitäten durch die Gebühren grundsätzlich vor allem der Studienbetrieb der nicht-konsekutiven, weiterbildenden Masterstudiengänge selbst gesichert werden soll, sind die Gebühren im Vergleich zu gewinnorientierten privaten Business Schools eher niedrig; EMBM als akademischer Grad keine international bekannte ‚Marke‘;

 

Hierzu muss man auch wissen, dass der MBA grundsätzlich immer ein generalistisches Management-Studium und insbesondere in den USA sowie in Großbritannien so etwas wie eine Marke ist. 

Es gibt zwar inzwischen oftmals die Möglichkeit, dem MBA-Studium beispielsweise durch Vertiefungsfächer eine persönliche Note zu geben, die Ursprungsidee bleibt jedoch das ‚General Management‘. Die internationalen MBA-Akkreditierungsagenturen (AACSB; AMBA, EQUIS/EFMD) achten daher in Ihren Richtlinien sehr darauf, dass dies gewahrt bleibt. Dass es im restlichen Europa und insbesondere in Deutschland teilweise ‚MBAs mit Spezialisierung‘ gibt (z.B. ‚MBA in Real Estate Management‘ etc.) beruht daher oftmals eher auf Unkenntnis bzw. Missverständnissen. Derartige Angebote würden i.d.R. keine MBA-spezifische Akkreditierung erhalten und insbesondere im englischsprachigen Ausland eher Verwunderung hervorrufen.

Ein weiterer Punkt, warum der EMBM einem EMBA sehr ähnlich ist, ist zudem dass es sich beim Begriff ‚Marketing‘ eben nicht nur um Werbung und die Vermarktung von Produkten und Dienstleistungen handelt, sondern um ein ganzheitliches, marktorientiertes Management von Unternehmen. Als Aufgabe der Unternehmensführung schließt das Marketing daher die allermeisten Unternehmensfunktionen mit ein.

Der EMBM vermittelt also nicht nur betriebswirtschaftliches Know-how wie Marketing- und Vertriebswissen, das Sie für die erfolgreiche Vermarktung von Produkten oder Dienstleistungen an Geschäftskunden benötigen, sondern auch Grundlagen in Strategie, Management und Controlling. 

Grundsätzlich gibt es hier also kein ‚besser‘ oder ‚schlechter‘. Es kommt ganz darauf an, welche persönlichen Vorlieben man hat und welche Ziele man verfolgt.