Lehre

Produktion, Kernfunktion jedes Betriebes, ist in erster Linie ein Transformationsprozess von Inputfaktoren in Outputobjekte, die sowohl Güter wie auch Dienstleistungen einschließen. Die Produktionswirtschaft befasst sich mit allen für diesen Transformationsprozess relevanten

  • strategischen Aspekten, wie:
    Produktgestaltung, Auswahl des Produktionsverfahrens, Beschaffung der Inputfaktoren, Sicherung der Qualität, und

  • operativen Aspekten, wie:
    Produktionsplanung, -steuerung und -kontrolle, Lagerung und Transport.

Dabei wird in jüngerer Zeit auch eine umweltgerechte Bewältigung der bei jeder Produktion anfallenden Abfallprodukte berücksichtigt.

Die Produktionswirtschaft ist neben einer Erklärung der in der Realität auftretenden Phänomene insbesondere um die effektive Gestaltung und Nutzung des Transformationsprozesses bemüht, wobei die Gestaltungsmöglichkeiten strategische sowie operative Dimensionen haben. Das Gebiet der Produktionswirtschaft hat somit primär präskriptiven Charakter. Die Entscheidungsorientierung der Produktionswirtschaft steht in der Forschung und Lehre an der FU Berlin jedoch im Vordergrund.

Angesichts der umfassenden Problematik der Produktionswirtschaft muss zur Bewältigung der Fragestellungen neben ökonomischen Überlegungen auch technisch-ingenieurwissenschaftlichen sowie verhaltenswissenschaftlichen Aspekten Rechnung getragen werden. Produktionswirtschaftliche Fragestellungen existieren nicht in einem Vakuum und müssen daher unter Berücksichtigung der Schnittstellen zu anderen betriebswirtschaftlichen Funktionsbereichen wie Personalwesen, Investition und Finanzierung, Marketing und Unternehmensführung behandelt werden. Die Produktionswirtschaft hat somit interdisziplinären Charakter.

Angesichts zunehmend komplexer produktionswirtschaftlicher Problemstellungen erweisen sich viele klassische Lösungsansätze der Produktionswirtschaftslehre immer häufiger als ungeeignet für die effektive und effiziente Gestaltung der Produktions¬prozesse. Daher wurden in den letzten Jahrzehnten  auch analytische Ansätze und computergestützte Modelle als wertvolle Werkzeuge der Produktionswirtschaft entwickelt. Sie werden insbesondere dann eingesetzt, wenn bei der Problemlösung sich im Zeitablauf ändernde oder zufallsbestimmte Größen zu berücksichtigen sind.

In der Lehre wird deshalb versucht, die StudentInnen an die gängigen quantitativen Methoden und Modelle der Produktionswirtschaft heranzuführen. Sie sollen in die Lage versetzt werden, diese Methoden selbstständig zu nutzen und so für ihr Unternehmen Wettbewerbs¬vorteile am Markt zu erwirtschaften. Der Schwerpunkt liegt dabei jedoch auf der Anwendung und nicht auf der analytischen Ableitung der Ansätze.

Da die Produktionswirtschaft sich mit realen Fragestellungen befasst, wird das Fach aus didaktischer Sicht mit großer Praxisnähe behandelt. Neben der wichtigen Darstellung theoretischer Ansätze werden intensiv Fallstudien verwendet. Dies ermöglicht nicht nur die Anwendung der theoretischen Ansätze, sondern entwickelt auch die Fähigkeit, die richtigen Fragen zu stellen und sich um die Implementierung von Lösungsansätzen zu bemühen. Darüber hinaus vermittelt die Verwendung von Fallstudien Einblicke in verschiedene Industriezweige und bringt Erfahrungen im Umgang mit immer wieder neuen Produktionssystemen.

Als betriebswirtschaftliches Kernfach ist die Produktionswirtschaft mit jeder funktionalen oder institutionellen Betriebswirtschaftslehre sinnvoll kombinierbar, wodurch ein breites Verständnis unternehmensweiter Probleme gefördert wird. Als Vertiefungsfächer quantitativer Methoden bieten sich Unternehmensforschung, Statistik oder Wirtschaftsinformatik an.