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Mitarbeiterzentrierte Personaleinsatzplanung

Ansprechpartner/in:
Nils Katzke

Schichtintensive Branchen wie der öffentliche Personennahverkehr stehen vor zunehmenden Herausforderungen bei der Gewinnung und langfristigen Bindung von Personal. Bestehende Ansätze der Personaleinsatzplanung fokussieren überwiegend Effizienz oder Kosten, während die subjektive Mitarbeiterzufriedenheit nicht oder nur fragmentiert berücksichtigt wird. Diese einseitige Ausrichtung erschwert die Entwicklung nachhaltiger Arbeitszeitmodelle und trägt zu Unzufriedenheit, Fluktuation und personellen Engpässen in kritischen Infrastrukturen bei.

Das Projekt adressiert diese Herausforderungen und verfolgt einen mitarbeiterzentrierten Ansatz der Personaleinsatzplanung, in dem Mitarbeiterzufriedenheit als strategischer Erfolgsfaktor systematisch in Planungs- und Umplanungsprozesse integriert wird. Hierzu werden qualitative, partizipative Methoden wie Tiefeninterviews, Fokusgruppen und Workshops mit quantitativen Entscheidungs- und Optimierungsansätzen kombiniert. In enger Zusammenarbeit mit Praxisakteur*innen werden relevante Zufriedenheitsdimensionen identifiziert, strukturiert und zu einem konsistenten Framework zusammengeführt, das eine Operationalisierung und quantitative Integration in bestehende Planungsmodelle ermöglicht.

Als Ergebnis entsteht ein empirisch fundiertes, übertragbares Framework zur Erfassung und Integration von Mitarbeiterzufriedenheit in der Personaleinsatzplanung sowie praxisnahe Handlungsempfehlungen für den ÖPNV. Wissenschaftlich leistet das Projekt einen Beitrag zur Verknüpfung psychologischer Zufriedenheitskonstrukte mit informations- und optimierungsbasierten Modellen. Gesellschaftlich trägt es zur Verbesserung von Arbeitsbedingungen, zur Erhöhung der Attraktivität schichtbasierter Tätigkeiten und zur Stärkung kritischer Infrastrukturen bei. Aufgrund seines konzeptionellen Aufbaus und der methodischen Offenheit ist das Framework auf weitere schichtintensive Domänen wie das Gesundheitswesen, die Logistik oder die Industrie übertragbar.


Das Projekt ist vom TD-Lab Funding Program der Berlin University Alliance gefördert. 

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