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Dr. Carolin Auschra (Management-Department) und Prof. Dr. Jana Möller (Marketing-Department) veröffentlichen Studie über verständliche Patientenkommunikation

Studienveröffentlichung

Studienveröffentlichung

News vom 17.09.2020

Die Kommunikation zwischen Menschen, die im Gesundheitswesen arbeiten sowie Patientinnen und Patienten ist einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren für eine effektive medizinische Betreuung. Gleichzeitig kann eine schwierige oder nicht gelungene Kommunikation Stress für alle Beteiligten auslösen. Dass dies oft schon durch eine Vereinfachung der Sprache verhindert werden kann, zeigt nun eine Untersuchung zur Arzt-Patienten-Kommunikation. Ein interdisziplinäres Team, bestehend aus Dr. Carolin Auschra (Management-Department), Prof. Dr. Jana Möller (Marketing-Department), Prof. Dr. Peter Borusiak (Universität Witten/Herdecke), Prof. Dr. Olivier Berthod (Jacobs-University Bremen) und Yuliya Mazheika (Wagener-Stiftung für Sozialpädiatrie) hat nun untersucht, wie Ärztinnen und Ärzte durch eine einfache Veränderung der Wortwahl das Verständnis von Befundergebnissen bei ihren Patientinnen und Patienten enorm steigern können.

 

Im Fokus der Untersuchung standen die Wertungen „positiv“ und „negativ“, die im medizinischen Kontext oft anders als im Alltag genutzt werden. Ein positiver HIV- oder Corona-Test ist beispielsweise für die Betroffenen meist alles andere als positiv im umgangssprachlichen Sinn. Viele Befunde im medizinischen Kontext werden mit diesen Begriffen vermittelt, zum Beispiel auch Atemteste bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten etc. Die Interpretation für den Patienten ist oft schwierig.

 

Deshalb passten die Forscherinnen und Forscher die Begriffe im Rahmen der Studie bei den 1.131 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die die Bevölkerung Deutschlands im Hinblick auf Alter, Geschlecht und Bildungsstand repräsentieren, an. Das Ergebnis: Eine geringfügige Änderung in der Kommunikation (Ersetzung von „positiv“ und „negativ“ durch „auffällig“ bzw. „unauffällig“) erhöht bei bestimmten Gruppen den Grad der Verständlichkeit erheblich. Vor allem Menschen ohne Schulabschluss und mit einem eher niedrigen Bildungsgrad profitieren hier – eine Bevölkerungsgruppe, die ohnehin im medizinischen System benachteiligt ist.

 

Link zur Studie:

https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S186592172030101X

Der Nachrichtendienst aerzteblatt.de hat bereits über die Studie berichtet: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/116561/Einfache-Massnahmen-koennen-Patientenkommunikation-erheblich-verbessern?rt=6526329da93ec0b0a1f29127a7dc912e

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