Prof. Paul Krugman, Ph. D.

Prof. Paul Krugman, Ph. D.

 (* 28.02.1953) Ehrenpromotion verliehen am 04.12.1998

Paul Krugman wurde am 28. Februar 1953 in Long Island (USA) geboren. Nach der High-School studierte er Wirtschaftswissenschaften. 1977 schloss er seine Doktorarbeit am Massachusetts Institute of Technology mit einer Arbeit über flexible Wechselkurse ab. Noch im selben Jahr trat er seine erste Professur an der renommierten Yale University an. 1982 war er für ein Jahr nebenbei als Wirtschaftsberater in der Regierung unter Ronald Reagan tätig. Rückblickend betonte er, dass seine kritische und mahnende Haltung gegenüber den politischen Entscheidungen während dieser Zeit nur wenig Gehör fand. Für seine Forschungen und Arbeiten wurde er 1991 mit der John-Bates-Clarke-Medaille als bester Nachwuchswissenschaftler ausgezeichnet. Ein Jahr später ließ sich Bill Clinton in seiner Zeit als Präsidentschaftskandidat von Krugman beraten. Seine Hoffnungen, nach dem Wahlsieg gemeinsam mit Clinton ins Weiße Haus zu ziehen, wurden enttäuscht. So verlegte er sich auf eine freiberufliche Tätigkeit als Sachbuchautor und Kolumnist von Fachzeitschriften. Neben regelmäßigen Artikeln für Nachrichtenmagazine wie Fortune, Foreign Affairs und Slate schrieb er einige populärwissenschaftliche Bücher, in denen er besonders die Arbeit der Wirtschaftsfachleute im Clinton-Kabinett kritisierte. Weiterhin gilt er als Begründer der Neuen Ökonomischen Geographie. Im Jahre 2000 wurde ihm in Nürnberg der Horst-Recktenwald-Preis für Nationalökonomie zuerkannt. Nach Lehrstationen an der Yale University (als Assistant Professor), am MIT und an der Stanford University (jeweils als Professor) lehrt er derzeit an der Princeton University. In seinen aktuellen wöchentlichen Kolumnen in der New York Times kritisiert er massiv die Politik der Bush-Regierung. Ferner profilierte er sich besonders durch außerordentlich innovative Beiträge und Untersuchungen. So war er der Wegbereiter der sogenannten neuen Außenhandelstheorie, die von realistischeren Modellannahmen ausgeht. Er untersuchte die Beziehungen zwischen Regierungen und Großkonzernen und verdeutlichte den Bezug von Industriepolitik als erweiterter Handelspolitik. Krugman initiierte zugleich eine Renaissance der Wirtschaftsgeographie. Am Beispiel von Silicon Valley und den europäischen Finanzmetropolen verdeutlichte er, dass für die Prosperität von Regionen eher die Schaffung neuer Märkte als die Ausbeutung bestehender Marktchancen ausschlaggebend ist. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Tätigkeit ist die Interpretation spekulativer Währungsattacken. 2008 wurde er für seine Arbeiten mit dem Wirtschaftsnobelpreis geehrt.

 

Zu den wichtigsten bisherigen Veröffentlichungen Krugmans gehören:

• International Economics: Theory and Policy (2005, 7. Aufl.)

• The Return of Depression Economics (1999)

• Pop Internationalism (1996)

• Peddling Prosperity (1994)