Dr. Siegfried Nestriepke

Dr. Siegfried Nestriepke

 (* 17.12.1885, † 05.12.1963) Ehrenpromotion verliehen am 17.12.1954

"dem Forscher auf dem Gebiet der Gewerkschaftsbewegung, der durch seine Bücher unsere Kenntnis von deren Wesen und Bedeutung verdienstvoll gemehrt hat, dem Manne, der in langen Jahren seine Kräfte führend in den Dienst der deutschen Volksbühnenbewegung gestellt und damit zum kulturellen Aufstieg der deutschen Arbeitnehmerschaft einen wesentlichen Beitrag geleistet hat."

 

Siegfried Nestriepke wurde am 17. Dezember 1885 in Bartenstein (Ostpreußen) geboren. Er studierte 1905-09 Nationalökonomie, Geschichte und Literaturgeschichte in Berlin und Marburg, wurde zum Dr. phil. promoviert und wandte sich dann dem Journalismus zu. Seit 1912 politischer Leitartikler und Feuilletonredakteur der "Fränkischen Tagespost", wurde er 1914 politischer Redakteur beim Berliner "Vorwärts" und war dann kurze Zeit Chefredakteur der "Hamburger Volkszeitung", bevor er als Korrespondent für Provinzblätter arbeitete. 1920 verfasste er Die Gewerkschaftsbewegung (3 Bde.) und wurde Generalsekretär der Berliner Volksbühne, 1930 auch Direktor des Theaters am Bülowplatz. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten entlassen und zeitweise mit Schreibverbot belegt, war Nestriepke bis 1945 in einem privaten Filmtheater-Konzern tätig. Nach Kriegsende war er zunächst Intendant des Schloßpark-Theaters in Berlin, leitete 1946/47 die Abteilung Volksbildung im Berliner Magistrat und war 1947-54 sowie 1957-61 Vorsitzender der Freien Volksbühne und 1949-55 Intendant des Theaters am Kurfürstendamm. Nestriepke trat auch als Theaterschriftsteller und -historiker hervor. Herrn Dr. phil. Siegfried Nestriepke wurde an seinem 70. Geburtstag am 17. Dezember 1955, der Grad und die Würde eines Dr. rer.pol. h.c. verliehen. Er verstarb mit 77 Jahren am 5. Dezember 1963 in Berlin.

 

Zu den wichtigsten Veröffentlichungen von Siegfried Nestriepke gehören:

• Neues Beginnen. Die Geschichte der Freien Volksbühne Berlin 1946-55 (1956)

• Wege zu neuer Filmkultur (1926)

• Werben und Werden. Geschichte und System der gewerkschaftlichen Agitation (1914)