Georg Cremer: "Armut in Deutschland - Was kann, was muss sich ändern?"

Georg Cremer

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Die Diskussion über Armut in Deutschland ist nicht neu. Seit einigen Jahren rückt sie vermehrt in den Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit und ist dabei häufig Gegenstand hitziger Debatten. Dabei geht es in den allermeisten Fällen nicht um ein Leben in absoluter Armut am äußersten Rand der Existenz, sondern vielmehr um eine relative Armutsgefährdung. Gemäß der Definition der Europäischen Union ist von Armut bedroht, wer mit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Bevölkerung auskommen muss. Im Jahr 2012 betraf dies etwa 15,2 Prozent der Deutschen. Zu den am meisten vom Armutsrisiko gefährdeten Personengruppen zählen dabei nach allgemeiner Auffassung vor allem Personen, die keinen (ausreichenden) Zugang zum Arbeitsmarkt haben: Langzeitarbeitslose, Alleinerziehende sowie geringqualifizierte Personen. Auch eine erschwerte Teilhabe am gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Leben muss als wesentlicher Faktor der Armutsgefährdung verstanden werden. Es ist die primäre Verpflichtung des Sozialstaates, hier einzugreifen. In Deutschland existieren zahlreiche Maßnahmen der Armutsprävention: Mit Grundsicherung, Mindestlohn, Bildungsprogrammen, arbeitsmarktpolitischen Instrumenten und anderen sozialpolitischen Maßnahmen soll eine Armutsgefährdung vermieden und Teilhabe ermöglicht werden. Aber wie effektiv sind diese Maßnahmen? Was kann, was muss sich ändern?

Im Rahmen der Vorlesungsreihe zur Wirtschaftspolitik der Freien Universität wird diese sozialpolitische Frage von Prof. Dr. Georg Cremer, Generalsekretär des Deutschen Caritasverbandes e. V. und apl. Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Freiburg, erörtert. Dem in Freiburg promovierten und habilitierten Volkswirt ist es ein Anliegen, die Prävention in der Sozialpolitik zu stärken. Dazu muss auch die Befähigung gehören, erfolgreich an Marktprozessen teilnehmen zu können.

Sie sind herzlich eingeladen, am Dienstag, den 06. Mai, um 16:00 im Hörsaal 104 des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaft der FU Berlin, Garystraße 21, 14195 Berlin-Dahlem, an dieser Vortrags- und Diskussionsveranstaltung teilzunehmen. Die Veranstaltung ist öffentlich, der Eintritt frei.

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